Verfügbare
![]() Jordanus Webmaster
© 2000
Letzte Änderung: |
Die verfügbaren DatenDie Datenbank JORDANUS beabsichtigt, in größtmöglicher Vollständigkeit alle mathematischen Texte in westlichen Sprachen nachzuweisen, die sich in mittelalterlichen Handschriften (d. h. in Codices, die vor 1500 geschrieben wurden) befinden. Den Schwerpunkt bilden Texte zur Arithmetik, Algebra, Geometrie und Trigonometrie. Die meisten Quellen sind in Latein geschrieben, aber auch Handschriften in westlichen europäischen Sprachen (Französisch, Deutsch, Italienisch, Englisch, Spanisch) wurden einbezogen. Allerdings wurden keine scharfen Grenzen gesetzt, so dasß auch Handschriften nachgewiesen werden, die Texte aus anderen mathematischen Teilgebieten (z. B. Astronomie, Optik, Hydraulik, Ingenieurwesen) und aus Nachbardisziplinen wie Physik und Medizin enthalten. Derartige Handschriften wurden jedoch nicht systematisch gesucht. Auch eine Reihe von Handschriften, die nach 1500 geschrieben wurden, wurden aufgenommen. Somit enthält die Datenbank auch Informationen über neuzeitliche Handschriften - bis hin zu Universitätsvorlesungen aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Die meisten Informationen, die in die Datenbank eingegeben wurden, stammen aus (gedruckten und unveröffentlichten) Handschriftenkatalogen, die in den späten 70er und frühen 80er Jahren durchgesehen wurden. Bis jetzt wurde der größte Teil der mittelalterlichen mathematischen Handschriften, die in Westeuropa entstanden sind, (etwa 13400 Codices) erfaßt. Angesichts des langen Bearbeitungszeitraums, der allerdings bei Projekten dieser Art nicht ungewöhnlich ist, und der großen Datenmenge, die zu berücksichtigen war, sind Inkonsistenzen unvermeidbar. Viele von ihnen (aber nicht alle) sind auf Fehler bei der Dateneingabe zurückzuführen. Es war nicht möglich, die Namen der Autoren zu normieren, so daß derselbe mittelalterliche Autor verschieden geschrieben werden oder unter mehreren Namen auftauchen kann. Dasselbe Problem ergibt sich bei den Titeln vieler Schriften, die ebenfalls stark variieren. In der vorliegenden Version konnten diese Probleme noch nicht gelöst werden; wir hoffen, daß Namen und Titel später vereinheitlicht werden können; wegen dieser und anderer Unzulänglichkeiten bitten wir die Benutzer um Nachsicht. Die schnelle Entwicklung der Computertechnik im letzten Jahrzehnt, die u. a. auch zur Entwicklung des World Wide Web führte, zeigte die Grenzen des ursprünglich verwendeten Datenbanksystems auf, das mit der neuen Technologie weder konkurrenzfähig noch kompatibel war. Die Absicht, das in München gesammelte reiche Quellenmaterial einem breiteren Interessentenkreis zugänglich zu machen und die Benutzung der Datenbank zu vereinfachen, führte 1997 zu einer Kooperation zwischen Menso Folkerts (vom Institut für Geschichte der Naturwissenschaften in München) und Jürgen Renn (vom Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin). In mehreren Workshops und Arbeitstreffen am Max-Planck-Institut in Berlin in den Jahren 1998/1999 wurden die Rohdaten zunächst von Gerd Graßhoff und Michael May, später dann von Jochen Büttner, Peter Damerow, Paul Weinig (alle MPIWG Berlin) in Zusammenarbeit mit Gerhard Brey (IGN München) übernommen und bearbeitet. Dabei wurden alle Feldeinträge (mehr als 60000) überprüft und nötigenfalls korrigiert. Eine Netzversion wurde entwickelt, längere Zeit in den Intranets der beiden Institute getestet und kontinuierlich verbessert. Sie ist jetzt unter dem neuen Namen JORDANUS öffentlich zugänglich im Internet über die Homepage der Institute:
Max-Planck-Institut für
Wissenschaftsgeschichte, Berlin
Anregungen und Kommentare sind erwünscht, Fehlerhinweise werden dankbar entgegengenommen. Bitte senden an: M.Folkerts@lrz.uni-muenchen.de |